Wittlich-Bombogen | 16. Juli 2017 | Autor: Christina Bents

Was ich predige, koche ich auch

Magdalena Zelder und ihr Mann Christoph haben in Wittlich einen Bauernhof gekauft, den sie bewirtschaften. Wichtig ist es ihnen, saisonale und regionale Produkte anzubieten. Naturgemäß kommen die auch auf den Tisch der Familie. Und nicht nur auf diesen.
Wittlich-Bombogen Man muss heutzutage flexibel sein. Das gilt für viele Menschen und für viele Berufe. Bei Magdalena Zelder, die in der Kommunalpolitik tätig und beim Kinderschutzbund aktiv ist, dazu zwei Kinder und einen eigenen Bauernhof hat, gilt das in besonderem Maße. Denn da sind die Tiere zu füttern, die Kinder zu erziehen und sie kümmert sich um einen Selbstbedienungsladen auf dem Hof. Aber nun kam aktuell noch eine besondere Herausforderung auf sie zu: Sie soll ein Menu für eine Fernsehsendung auf die Beine stellen. Magdalena Zelder erklärt: "Ich habe erst beim vierten Mal zugesagt, denn als die ersten Anfragen kamen, habe ich meine Kinder bekommen." Und es war etwas Skepsis dabei: "Da wir ja hier nicht den Vorzeige-Ferienhof haben, war ich erst skeptisch, aber mit dem Argument, dass sie gerne auch jüngere Leute in der Sendung zeigen wollen, die in der Landwirtschaft aktiv sind, haben sie mich überzeugt." In der Sendung will sie zeigen, was ihr auch sonst wichtig ist: regionale und saisonale Küche. "Ich möchte das, was ich immer predige, auch kochen, und das sind regionale und saisonale Produkte", sagt die Landwirtin, die wie ihr Mann Agrarbetriebswirtschaftslehre studiert hat. Verraten darf sie, dass das Grundgerüst für das Menü schnell stand, sie an den Details aber länger überlegt hat. Viele Menschen würden gerne selbst kochen, aber ihre Lebenswirklichkeit lasse das kaum zu. Zelder: "Ich spreche mich davon auch nicht frei. Wenn hier auf dem Hof Erntezeit ist, gibt es auch bei uns Gerichte, die schnell zuzubereiten sind."
Dazu kommt aus ihrer Sicht, dass heutzutage viel Schnellgebratenes und Hackfleisch auf den Tisch kommen, und die Rezepte einfacher Gerichte wie Rinderbraten oft nicht bekannt sind. "Da kaufen die Leute beispielsweise zu Weihnachten eine Bio-Gans, wissen aber gar nicht, wie man sie zubereitet. Das habe ich auf dem Hof meiner Eltern im Saarland oft erlebt", berichtet sie. Wenn es auf dem Hof in Zukunft einen Schlachttag gibt, bei dem auf Vorbestellung Rindfleisch gekauft werden kann, will sie ein kleines Rezeptheft zusammenstellen und auslegen. "Denn man kann viel variieren, wenn man Ideen hat. Auch in einer Saison, in der es keine große Auswahl an Gemüse und Obst gibt, ist es möglich, abwechslungsreich und schnell zu kochen."
Dass es für einige Menschen nicht so einfach ist, mit regionalen, saisonalen Produkten zu arbeiten, hat sie auf dem Hof schon oft erlebt. In ihrem Selbstbedienungsladen steht beispielsweise eine Stiege mit Kartoffeln. Die ist aktuell leer, denn die alten sind schon verkauft und ihr Kartoffel-Kooperationsbetrieb aus Neuerburg hat die neuen Kartoffeln noch nicht geerntet. "Da haben einige Kunden auf einmal doch kein Verständnis mehr und erzählen mir dann, in welchen Geschäften sie schon neue Kartoffeln gesehen haben."
Sie ergänzt: "Das sind aber Pfälzer Kartoffeln und keine von hier, versuche ich dann zu erklären, aber das prallt dann ab." Bei den 120 Lege-Hennen, die sie auf dem Hof haben, ist immer Saison, da kommt es kaum zu Engpässen, wobei Magdalena Zelder sich wundert, dass gerade sonntags sehr viel gekauft wird.
"Da scheinen viele Menschen einen Spaziergang oder eine Wanderung über die Felder zu machen und sich dann bei uns einzudecken", glaubt sie. Neben Eiern kann man im Hofladen der Zelders selbst hergestellte Frischei-Nudeln kaufen. Dazu gibt es Honig aus Bombogen, Joghurt aus Hetzerath, Traubensaft aus Wittlich und frische Milch zum Selbstzapfen.
Was genau an der Tafel von Magdalena Zelder im Tabakschuppen serviert wird, können die Zuschauer in der SWR-Sendung "Lecker aufs Land" am 6. September um 20.15 Uhr sehen.