Wittlich | 31. Juli 2017 | Autor: Petra Willems

Wittlicher Verein Pinball Party betreibt das einzige Flippermuseum in der Region

70 Geräte sind im Museum dort ausgestellt. Die Räume wurden erst kürzlich vergrößert und renoviert.
Wenn Stefan Lenninger von Flippern spricht, beginnt er zu strahlen. Schon in Schulzeiten habe ihn das Fieber gepackt. "Damals bin ich direkt nach der Schule in den Frankenturm in Trier und habe gespielt", erzählt er. Oder er flipperte im damaligen Horten (heute Galeria Kaufhof) in der Fleischstraße, wo "in der zweiten Etage ein Flipper gestanden hat". Die Schule besucht der Wittlicher schon lange nicht mehr, die Leidenschaft fürs Flippern aber ist geblieben. Zahlreiche Geräte besitzt Lenninger heute selbst, ein Teil davon steht im Flippermuseum in Wittlich (siehe Info). Das wird vom Verein Pinball Party betrieben, der von Lenninger und anderen Flipper-Freunden vor einigen Jahren gegründet wurde und in dem auch Michael Mülbusch Mitglied ist.

"Der Verein hatte als Teil einer Werbeaktion zwei Flipper vor dem Real-Markt in Wittlich aufgestellt und mit Flyern geworben. Da bin ich dann einfach mal hingegangen." Und ging nicht mehr weg. Auch, weil für ihn der erste Besuch im Fliegermuseum, Friedrichstraße 39, eine Reise in die Vergangenheit war. "Auf diesem Flipper habe ich immer als Kind gespielt. Das ist mir direkt eingefallen, als ich ihn hier zum ersten Mal gesehen habe", erzählt Mülbusch und zeigt auf ein historisches Gerät, das direkt am Eingang des Museums steht. Seine eigenen Flipper stellt er wie die anderen Vereinsmitglieder mittlerweile im Museum aus.

70 Flipper stehen zurzeit in den Räumen, die die Vereinsmitglieder - derzeit 31, "einer fährt jeden Freitag zum Club-Abend mehr als 100 Kilometer" (Lenninger) - kürzlich erst vergrößert und renoviert haben.

In verschiedenen Themenbereichen gegliedert, sind sie, alle funktionstüchtig und spielbereit, auf 340 Quadratmetern aufgestellt.

Der Umbau, der drei Monate gedauert hat, wurde vorher bis ins kleinste Detail geplant. Die Vereinsmitglieder Bianca und Marcus Blöß haben ein Modell gebaut, das detailgetreu den Raum, die spätere Dekoration und die 70 Flipper zeigt. Erst dann wurden Wände eingebrochen und neue eingezogen, der Raum ausgestattet und die Flipper aufgestellt, die Themenbereiche entsprechend dekoriert. Viele der älteren Flipper - der älteste ist aus 1966 - sind aufwendig restaurierte Liebhaberstücke. Die Oldies kann man heutzutage meist im Internet kaufen. Zwischen 600 und 10 000 Euro, etwa für gerade auf den Markt gekommene Geräte, müssen die Käufer zahlen. Repariert und restauriert werden die Geräte, die nach Wittlich kommen, von den Mitgliedern selbst oder von Spezialisten. So bekam zum Beispiel das Modell Star Trek ein Laserschwert dazu, an anderen Flippern wurden die Seitenwände erneuert oder die Spielplatte neu lackiert.

"Den hier haben wir mit einem Subwoofer nachgerüstet, damit man den Ton, einen Herzschlag, besser hört", sagt Stefan Lenninger über einen der Flipper und schaltet ihn an, um das Ganze zu demonstrieren. Anschließend hat er wieder dieses Strahlen im Gesicht. Das, das Frauen immer in Schuhläden überkommt. Oder Kinder an Weihnachten.
Extra: DER VEREIN PINBALL PARTY
Der Flipperverein Pinball Party, der englische Begriff für Flipper, betreibt sein Flippermuseum in der Friedrichstraße 39 in Wittlich, an der Rückseite des Dänischen Bettenlagers gelangt man in die Räume.

Die Mitglieder treffen sich freitags, an jedem zweiten Samstag im Monat ist Besuchertag. Von 14 bis 21 Uhr kann man dann für pauschal 15 Euro so lange spielen, wie man möchte. Der Eintritt für Kinder bis sechs Jahre ist frei. Kinder ab sechs Jahren zahlen sieben Euro. Zutritt unter 16 Jahren ist nur in Begleitung eines Erziehungsberechtigten möglich. Rauchen, essen oder trinken ist an den Flippern nicht erlaubt, für letzteres steht seit dem Umbau ein abgetrennter Bereich zur Verfügung.

An den 70 ausgestellten Geräten sind jeweils Informationen zu Produktionsjahr, Design, Hersteller und anderem angebracht.

Am Samstag, 9. September, 12 bis 21 Uhr, feiert der Wittlicher Verein mit einem Tag der offenen Tür die Wiederöffnung des Museums. Mit dabei: der Pinball-Universe-Truck. In Zukunft ist es auch geplant, im Wittlicher Flippermuseum Turniere auszutragen. "Das ist eine Mischung aus Training und Glück", sagt Michael Mülbusch über die Chancen, beim Flippern gegen seinen Gegner zu gewinnen. "Wenn die Kugel blöd läuft, kann man fast nichts daran ändern."