Trier | 11. März 2017

Basketball: Römerstrom Gladiators Trier unterliegen Kirchheim Knights mit 72:74 (30:36)

Die Römerstrom Gladiators Trier haben ihr Heimspiel am Samstagabend vor 2813 Zuschauern in der Arena Trier verloren. In einem packenden Duell fiel die Entscheidung erst in den letzten Sekunden.


Was war das denn für ein Spiel? Die Römerstrom Gladiators Trier kassieren gegen den Tabellendritten Kirchheim Knights nach zuletzt vier Siegen in Serie erstmals wieder eine Niederlage. Am Ende heißt es 72:74 (30:36). Dabei fällt die Entscheidung erst in den Schlusssekunden. Das Spiel wird keinen der knapp 3000 Zuschauer in der Arena Trier auf den Stühlen halten. Gästetrainer Michael Mai wird nach dem Duell sogar sagen: "Trier spielt unglaublich hart, es ist beeindruckend, was Marco van den Berg aus dem Team gemacht hat. Ich hasse es, gegen Trier zu spielen". Triers Trainer wird sein Team nach der Partie dagegen ganz ordentlich kritisieren. Aber dazu später mehr.
 
In der Anfangsphase sieht es gut aus für Trier. Schon nach zweieinhalb Minuten muss Gästecoach Michael Mai reagieren, nimmt die erste Auszeit – der Grund: die Gladiatoren führen klar (7:0). Trier macht es gut, dominiert die Partie gegen den Tabellendritten aus Schwaben in den Anfangsminuten klar. Die Gladiatoren spielen schnell und effektiv und sie dominieren die Bretter, sichern sich allein in den ersten zehn Minuten zehn Rebounds mehr als der Gegner, der auf Aufbauspieler Preston Medlin (Fußverletzung) verzichten muss. Die Trierer Führung nach dem ersten Viertel ist verdient (22:15).
 
Im zweiten Viertel kommt der Tabellendritte dann auf. Trier verliert seine Linie komplett, wirkt in der Defense fahrig und vergibt in der Offensive einfachste Würfe.
Die Gäste intensivieren dagegen ihre Verteidigung, erzwingen immer wieder Ballverluste der Gladiatoren. Zwei Minuten vor der Halbzeit haben die Schwaben die Partie nach einem Dreier des starken Tim Koch gedreht (26:29 aus Trierer Sicht). Die Gladiatoren agieren viel zu hektisch, erspielen sie sich freie Würfe, fallen sie nicht.
Mit 8:21 verliert das Team von Trainer Marco van den Berg das zweite Viertel. Acht Prozent Dreierquote und fünf Ballverluste allein im zweiten Viertel sprechen eine deutliche Sprache. Der Trierer Halbzeitrückstand (30:36) ist die logische Folge.
 
Zweieinhalb Minuten dauert es nach der Pause, bis Trier die Partie erneut gedreht hat. Nach drei Dreiern von Simon Schmitz, Brandon Spearman und Jermaine Bucknor liegen die Gladiatoren wieder vorn (39:38). Doch die Führung bringt keine Ruhe ins Trierer Spiel. Die Gladiatoren agieren weiterhin viel zu hektisch, leisten sich weiterhin unnötige Ballverluste und vergeben weiterhin viele einfache Wurfgelegenheiten. Die Gäste dagegen spielen clever. Obwohl sie nur mit einem Neun-Mann-Kader an die Mosel gereist sind, sind sie das bessere Team. Mitte des dritten Viertels holen sie sich die Führung zurück und bauen sie deutlich aus (43:52). Triers Lieblingsgegner der vergangenen beiden Jahre ärgert die Gladiatoren erheblich. Es ist der starke Simon Schmitz, der sein Team mit zwei verwandelten Dreiern binnen weniger Sekunden kurz vor dem Ende des dritten Viertels zurück ins Spiel bringt (54:57). Die 2813 Zuschauer in der Arena Trier jubeln, sie erwartet ein packendes letztes Viertel.
 
Erst mal bleibt alles beim Alten. Kirchheim scheint die Partie tatsächlich zu gewinnen. 5:44 Minuten stehen noch auf der Uhr, als Carrington Love zum 63:57 für die Gäste trifft. War’s das? Nein, jetzt dreht Trier auf: In der Defense ist die Aggressivität zurück und vorne fallen die Würfe plötzlich wieder rein. Es sind Simon Schmitz, Brandon Spearman und Kevin Smit, die die Partie mit ihren Treffern wieder drehen (65:63) – eine echte Energieleistung! Die Fans peitschen das Team angeführt vom prall gefüllten Block P hinterm Korb - in dem der Gladiators-Fanclub Fastbreak seinen 20. Geburtstag feiert - nach vorn. Als Schmitz zehn Sekunden vor Schluss einen Dreier zum 72:73 verwandelt, bebt die Halle. Können die Gladiatoren das Spiel tatsächlich nochmal drehen? Nein, denn neben dem verwandelten Dreier kassiert Schmitz beim Wurf noch ein Unsportliches Foul gegen sich (Schmitz soll seinen Gegenspieler Andreas Kronhardt beim Wurf am Arm heruntergezogen haben, was die Schiedsrichter mit einem Unsportlichen Foul ahndeten) Kirchheim nutzt die anschließenden Freiwürfe, um die Partie zu entscheiden. So unterliegt Trier am Ende gegen den Tabellendritten mit 72:74 (30:36).
 
Gladiators-Coach Marco van den Berg sucht nach der Partie nicht die Schuld bei den Schiedsrichtern: „Die Referees sind nie Schuld daran, wenn man ein Spiel verliert. Wir waren einfach nicht gut genug.“ Kirchheim habe verdient gewonnen. „Wir sind nur sechsmal an die Freiwurflinie gekommen, das ist viel zu wenig. Außerdem haben wir Schützen im Team, die nicht treffen. Wir hatten offene Würfe, haben sie aber nicht genutzt.“ Sein Team habe noch viel zu tun, „die Playoffs sind noch nicht erreicht“.  

Statistik
Punkte Trier: Smit 5, Hennen 2, Joos 6, Grün 2, Schmitz 21, Spearman 16, Herrera 4, Dietz 4, van Zegeren 4, Bucknor 3 - Zuschauer: 2813