Chemnitz | 17. April 2017 | Autor: Marek Fritzen

Ganz nah dran und doch gescheitert: Trierer Gladiators verpassen Einzug ins Basketball-Playoff-Halbfinale

Die Römerstrom Gladiators Trier sind im Playoff-Viertelfinale gegen die Chemnitz Niners ausgeschieden. In einem packenden fünften Spiel heißt es 67:75 aus Trierer Sicht. Dabei sieht alles noch wenige Minuten vor Schluss so gut aus.
Ist das bitter! Sie sind so nah dran. Es sieht so gut aus. Anfang des vierten Viertels, als Simon Schmitz, der am Ostermontag so lange unter seinen Möglichkeiten geblieben ist, als er plötzlich diesen Ball gewinnt und anschließend den Dreier für sein Team in den Chemnitzer Korb zimmert, da steht es plötzlich 62:55 für die Römerstrom Gladiators Trier. Es riecht nach dem Halbfinal-Einzug, das Team von Trainer Marco van den Berg ist kurz davor, die packende Viertelfinal-Serie gegen den Tabellendritten der Vorrunde, die Chemnitz Niners, im fünften Spiel für sich zu entscheiden. 
 
Doch es reicht nicht. Um kurz vor 19 Uhr am Montag sind es die Sachsen, die den Halbfinal-Einzug eintüten. Der überragende Chemnitzer Joe Lawson macht mit seinen Freiwürfen wenige Sekunden vor Schluss den Deckel drauf. Danach gibt’s in der mit über 2000 Zuschauern gefüllten Richard-Hartmann-Halle kein Halten mehr unter den Fans der Sachsen. 67:75 heißt es am Ende aus Trierer Sicht. 
 
Dabei ist die Mannschaft von der Mosel von Beginn an das bessere Team. Trier lässt sich von der wieder einmal hitzigen Atmosphäre nicht beeindrucken. Clever nehmen sie die Chemnitzer US-Amerikaner Virgil Matthews und Chris Carter in der Offensive aus dem Spiel. Carter und Matthews waren es, die Niners-Center Joe Lawson in den ersten beiden Spielen in Chemnitz immer wieder exzellent in Szene setzten. Das lässt die Trierer Defense zu Beginn nicht zu. Die Drei-Punkte-Führung nach den ersten zehn Minuten geht für Trier vollkommen in Ordnung (16:13). 
 
Zu Beginn des zweiten Viertels gibt Chemnitz auf einmal Gas. Erhöht die Intensität in der Defensive merklich, erzwingt Trierer Ballverluste und punktet vorne. Nach einem 0:5-Lauf aus Trierer Sicht ist die Gäste-Führung plötzlich dahin (19:19). Doch als die 2000 Zuschauer toben und von der Führung träumen, erzwingt Trier wieder das Momentum. Angeführt vom bärenstarken Thomas Grün – der Luxemburger verteidigt gut, sammelt bis zur Pause vier Steals (Ballgewinne) und versenkt 13 Punkte im Korb der Niners – bauen die Gladiatoren ihre Führung nach und nach wieder aus. Nach einem Grün-Dreier liegt Trier Mitte des zweiten Viertels deutlich vorne (32:23). Chemnitz ist der Kräfteverschleiß zu diesem Zeitpunkt anzumerken. Auch Topscorer Joe Lawson ist in der ersten Halbzeit kein Faktor im Chemnitzer Spiel - doch das wird sich ändern. 
 
Die Gladiators verpassen es jedoch, den Vorsprung bis zur Pause auszubauen, eine Tatsache, die ihnen in den Schlussminuten noch wehtun wird. Immer wieder legen sie einfache Bälle daneben.
 
Nach der Pause wird es richtig wild. Beide Seiten verlieren über mehrere Minuten komplett die Spielordnung. Bei Trier läuft zu viel über Brandon Spearman, das kann Chemnitz leicht verteidigen. Dem US-Amerikaner fehlt am Montag die Nervenstärke in entscheidenden Situationen. Mit einer knappen Führung geht’s dann ins Schlussviertel (54:53). 
Hier bauen die Gladiatoren wie eingangs beschrieben, den Vorsprung zwar zunächst aus, ermöglichen Chemnitz dann allerdings zu viele Offensiv-Rebounds, vergeben zu viele Freiwürfe und bringen in der Offensive zudem keine Ruhe mehr ins Spiel. 
 
Weil die erfahrenen Simon Schmitz, Jack Eggleston - der noch am Samstag überragte - Kevin Smit und Joey van Zegeren weit unter ihren Möglichkeiten bleiben und keine Akzente setzen, können die Gäste den Schlussspurt der Sachsen nicht mehr stoppen.
 
Für die Gladiators ist die Saison damit beendet, Chemnitz trifft nun im Halbfinale auf Gotha.
 
Statistik
Smit 0 Punkte, Bucknor 16, Hennen 0, Dietz 2, Schmitz 7, Grün 13, Maisel 0, van Zegeren 2, Joos 5, Eggleston 0, Herrera 5, Spearman 17
Berichte zu den bisherigen Viertelfinalspielen