Trier | 26. April 2017 | Autor: Mirko Blahak

Gemeinsamer Zug zum Korb

Die Beteiligten sprechen von einem Meilenstein: Vier Trierer Basketball- vereine haben eine Kooperation beschlossen. Profitieren sollen der Spitzen- und Breitensport. Nun soll auch der Förderverein eingebunden werden.
Trier Die Statistik ist trist. Zehn Spiele mit zehn Niederlagen in der Vorrunde, acht Partien mit nur einem Sieg in der anschließenden Relegation: Die Nachwuchsbasketballer der Gladiators Trier sind in der Jugendbasketball-Bundesliga sportlich sang- und klanglos abgestiegen. Um auch in der nächsten Saison in der JBBL dabei zu sein, müssen die Gladiators an zwei Juni-Wochenenden eine Qualifikation erfolgreich bestreiten. Wenn das schiefgeht, wäre Trier in der Spielklasse nicht mehr vertreten - den Erwerb einer Wildcard sehen die Lizenzvorgaben der zweiten Liga, in der die erste Gladiators-Herrenmannschaft spielt, nicht vor.
Auch wenn Christian Held, Jugendkoordinator der Gladiators, verneint, dass der sportliche Nackenschlag die treibende Kraft war: Die nun beschlossene Kooperation zwischen dem Gladiators e.V., dem Trimmelter SV, der DJK/MJC Trier sowie dem TVG Baskets Trier soll in einem ersten Schritt dafür sorgen, die Basis für ein JBBL-Team zu verbessern. "Die Gespräche liefen seit Juni vergangenen Jahres. Wenn man im Basketball-Jugendbereich in Trier langfristig etwas aufbauen will, darf man nicht gegeneinanderarbeiten", sagt Held.
Eine engere Zusammenarbeit der Basketballvereine in der Stadt ist nichts Neues, in der Vergangenheit standen diesem Ansinnen aber Vorbehalte und manch gegenseitige Kritik im Weg. Nun sagt Held: "Der Austausch in den vergangenen Monaten ist konstruktiv verlaufen."
Die Ziele sind klar: Die Gladiators versprechen sich für den Jugendspitzenbasketball positive Effekte. Zu den zuletzt organisierten JBBL-Probetrainings hätten die Partner aus der gesamten Region potenzielle Nachwuchsspieler entsandt. Auf Sicht soll auch mal wieder ein Team in der Nachwuchsbasketball-Bundesliga (NBBL) an den Start gehen. Im Gegenzug sollen auch die mehr auf den Breitensport ausgelegten anderen Vereine profitieren. Held: "Wir haben uns darauf verständigt, dass Talente, die aus den anderen Vereinen zu uns kommen, den Kontakt zu ihren Heimatclubs halten. Jungs, die den Sprung nicht schaffen, sollen dann besser ausgebildet wieder in ihre Stammvereine zurückkehren. Zudem planen wir Maßnahmen unter anderem in der Trainer-Fortbildung und -Ausbildung."
Die JBBL steht am Anfang, doch es geht um eine breit angelegte Aufbauarbeit. Held: "Durch die Insolvenz der TBB ist im Jugendbereich viel zu Bruch gegangen. Wir haben durch die Zusammenarbeit der städtischen Teams den Grundstein für eine lückenlose Aus- und Weiterbildung junger Basketballtalente aus der Region gelegt." Ziel der Vereinbarung ist es, "eine Struktur mit interessierten Basketballvereinen in der Region Trier aufzubauen, um talentierte Nachwuchsspieler je nach Altersstufe und Leistungsniveau in den kooperierenden Vereinen einzusetzen", wie es in der Präambel der Kooperationsvereinbarung heißt.
Überraschend ist derweil, dass der seit Ende 2015 bestehende Förderverein des Trierer Basketballs e.V. in die Gespräche bislang nicht eingebunden worden ist, trotz nahezu deckungsgleicher Ziele. "Wir wollen etwas bewegen. Dazu müssen Rollen definiert werden", sagte Rainer Zahnhausen, Vorsitzender des Fördervereins, auf TV-Anfrage gestern Nachmittag. Am Abend teilte er mit, dass in einem Telefonat mit Gladiators-Geschäftsführer Achim Schmitz ein kurzfristiges Treffen vereinbart worden sei, in dem begleitende Aktionen des Fördervereins besprochen werden sollen.