Trier | 18. April 2017 | Autor: Marek Fritzen

"Müde und traurig"

Während Gladiators-Trainer Marco van den Berg am Tag nach dem bitteren Aus im Playoff-Viertelfinale über die Gründe des Ausscheiden spricht, laufen die Personalplanungen für die neue Saison bereits auf Hochtouren.
Trier Zwei Worte, kurz und knapp: müde und traurig. "Genau so", gesteht Gladiators-Trainer Marco van den Berg am Dienstagmittag, "genau so fühle ich mich heute". Dann schweigt er kurz. Diese nervenaufreibende Playoff-Viertelfinalserie - die ihr Ende am Ostermontag in Chemnitz mit dieser bitteren 67:75 (38:33)-Pleite im alles entscheidenden fünften Duell bei den Niners gefunden hat - sie hat ihre Spuren hinterlassen beim Trainer der Römerstrom Gladiators Trier. "Was es so bitter macht", sagt der Niederländer, "das ist die Tatsache, dass wir es in der Hand hatten, wir hatten die Chance, dort zu gewinnen, aber wir haben sie nicht genutzt".
Wenige Minuten sind im letzten Viertel am Montagabend gespielt, als die Gladiatoren wie der sichere Sieger aussehen. Simon Schmitz und Johannes Joos schrauben den Trierer Vorsprung nach oben - 62:55 steht es da. Dann geht’s bergab. Trier bringt die Sachsen durch eigene Fehler zurück ins Spiel. Die erfahrenen Spieler können den Negativlauf nicht stoppen. Brandon Spearman leistet sich unzählige Schrittfehler, will zu häufig mit dem Kopf durch die Wand und legt wichtige Freiwürfe daneben. Von Kapitän Simon Schmitz kommt zu wenig. Der frühere Bundesligaspieler schafft es nicht, das Spiel zu ordnen, ist kein Faktor in der Offensive, genau wie Kevin Smit (0 Punkte, 0 Assists) und Jack Eggleston (0/3). Auch dem Coach gelingt es mit seinen Auszeiten nicht mehr, die drohende Niederlage abzuwenden. Einzig Jermaine Bucknor und der starke Thomas Grün stemmen sich gegen die Pleite, verteidigen leidenschaftlich und sorgen in der Offensive für Akzente. Doch am Ende reicht das alles nicht. Marco van den Berg findet: "Uns hat es an Leadership gefehlt, haben zudem die Rebounds nicht geholt und die offenen Würfe nicht getroffen - da darf man sich nicht wundern." Nach einer packenden Viertelfinal-Serie - mit zwei deutlichen Trierer Heimerfolgen - ist die Saison für die Gladiatoren damit beendet. "Es war nicht alles schlecht", betont Triers Coach, "sehr positiv war, dass wir in dieser hitzigen Atmosphäre niemals auseinandergefallen sind, immer als Einheit zusammengehalten haben". Aber am Ende müsse man sich ganz einfach eingestehen: "Chemnitz war einen kleinen Tick besser als wir." Ohnehin geht der Blick ab sofort schon in Richtung Saison 2017/2018, die Kaderplanung läuft bereits auf Hochtouren. Dass der frühere TBB-Spieler Laurynas Samenas, der bei Playoff-Spiel vier am Ostersamstag in der Arena Trier in der ersten Reihe saß, in der kommenden Saison für Trier spielen wird, erscheint aktuell eher unwahrscheinlich. Der Litauer soll nach derzeitigem Stand zu teuer sein für die Gladiators. Derweil wird Brandon Spearman den Club im Sommer wohl verlassen. Wohin der US-Amerikaner geht, ist noch offen.
Gladiators-Geschäftsführer Achim Schmitz kommentiert diese beiden Personalien nicht. Wichtig sei vielmehr, "dass wir durch die beiden Heimspiele nun einen fünfstelligen Betrag eingenommen haben". Auf die Frage, ob der Club denn im Falle eines sportlichen Aufstiegs den Gang in die erste Liga überhaupt angetreten hätte, gesteht Schmitz: "Wir hatten eine BBL-Lizenz beantragt, aber ein Aufstieg wäre für uns zu früh gekommen, das hatte ich vor der Saison ja auch schon betont - uns fehlt momentan einfach noch der Unterbau, um in der BBL spielen zu können." Ein Thema, mit dem sich der Club nun sowieso erst mal nicht beschäftigen muss. Ende September 2017 geht’s in die dritte ProA-Saison in Folge.