Trier | 29. Juni 2017 | Autor: Marek Fritzen

Trierer Basketball: Gladiatoren bereiten sich auf neue ProA-Saison vor

Drei Monate vor Saisonbeginn tut sich einiges bei Basketball-Zweitligist Römerstrom Gladiators Trier. Es gibt neue Namen und offene Fragen.
Das Wetter in Groningen ist durchwachsen am Donnerstagmittag. Regen, 18 Grad - Urlaubswetter sieht irgendwie anders aus. Als der Trierische Volksfreund Marco van den Berg in dessen Heimatstadt telefonisch erreicht, ist seine Stimmung dennoch hervorragend. "Es fühlt sich gut an, wir sind auf dem richtigen Weg", findet der Trainer von Basketball-Zweitligist Römerstrom Gladiators Trier. "Unser JBBL-Team hat sich für die nächste JBBL-Saison qualifiziert, unser ProA-Kader steht - das Fundament ist damit gelegt".

Drei Monate vor Beginn der neuen ProA-Saison - in die die Gladiators ab dem 23. September mit zwei Auswärtsspielen starten - fasst der TV den Stand der Dinge rund um die Römerstädter zusammen.

Der Kader: Nach den Abgängen von Brandon Spearman (hat noch keinen neuen Club gefunden), Sebastian Herrera (Crailsheim), Pablo Coro (Osorno, Chile), Jack Eggleston (noch kein neuer Club) und Joey van Zegeren (Leuven, Belgien) haben die Gladiatoren sich in den vergangenen Wochen mit vier Neuzugängen verstärkt. Aus Frankfurt kommt der Bundesliga-erfahrene Stefan Ilzhöfer (22 Jahre, Small Forward), vom Collegeteam der Boston University Terriers kommt Justin Alston (22 Jahre, Center), aus Kopenhagen der US-Amerikaner Kyle Dranginis (24-Jahre, Shooting Guard) und von der Baskets Akademie Weser/Ems in Oldenburg der deutsche U20-Nationalspieler Lucien Schmikale (20 Jahre/Shooting Guard und Small Forward). Zudem hat der Verein den Vertrag mit Publikumsliebling Jermaine Bucknor bis Sommer 2018 verlängert. "Dass Buck bleibt, ist von enormer Bedeutung. Mit seiner Erfahrung ist er unglaublich wichtig fürs Team. Er ist hochmotiviert, arbeitet hart und ist schon sehr fit", berichtet Marco van den Berg.

Große Stücke setzt der Coach auch auf Neuzugang Stefan Ilzhöfer. Der 22-Jährige spielte seit der Spielzeit 2013/2014 mit einer Doppellizenz für die Frankfurt Skyliners und stand seitdem sowohl in der 3. Liga (ProB) als auch in der Bundesliga auf dem Parkett. "Alle Trainer, unter denen er bisher gespielt hat, sind voll des Lobes für Stefan", sagt Triers Coach. "Er ist ein großes Talent, das nun Spielzeit benötigt." Wie van den Berg berichtet, habe Ilzhöfer auch Angebote von finanzstärkeren Teams vorliegen gehabt - so beispielsweise von Bundesliga-Absteiger Vechta. "Doch er hat sich für uns entschieden, unser Konzept, verstärkt auf junge deutsche Spieler zu setzen, hat ihn überzeugt." Aus der vergangenen Saison runden Simon Schmitz, Rupert Hennen, Kevin Smit, Thomas Grün, Kilian Dietz, Johannes Joos sowie mehrere Spieler mit Doppellizenz den Kader ab. Ob Nils Maisel in Trier bleibt, wird sich in den kommenden Wochen entscheiden. Außerdem kehrt ein alter Bekannter an die Mosel zurück: Luka Buntic - 2011 bis 2014 für die TBB aktiv - studiert zukünftig in Trier und wechselt aus diesem Grund von Drittligist Rostock zu den Gladiators. "Er weiß, dass Jermaine und Johannes auf seiner Position gesetzt sind - er wird im Kader vorerst den 11. oder 12. Platz einnehmen", sagt van den Berg.

Die aufschiebende Bedingung: Mitte Mai erteilte die ProA den Gladiators die Lizenz unter einer "aufschiebenden Bedingung". Sie lautete: Nachweis eines hauptamtlichen Jugendtrainers. Diese Bedingung hat der Club nach Aussage von Geschäftsführer Achim Schmitz nun erfüllt. "Kevin Ney hat seinen Vertrag bei uns unterschrieben, er wird eine dreijährige DBB-Trainer-Ausbildung absolvieren."

Die Auflage: Von der ProA gab’s für das Geschäftsjahr 2016/17 die Auflage, einen Überschuss in der Bilanz in Höhe von 25 000 Euro zu erwirtschaften. Heute ist der 30. Juni, das Geschäftsjahr ist damit beendet. Kann die Auflage erfüllt werden? "Wir schließen die laufende Saison mit einem positiven Ergebnis ab, genaue Zahlen können wir erst nennen, wenn die Bilanz erstellt ist, das wird aber noch ein paar Wochen dauern", erklärt der Gladiators-Geschäftsführer.

Die ProA in Köln will sich auf TV-Nachfrage am Donnerstag nicht zu der Auflage äußern, nur so viel: "Wir gehen davon aus, dass die Auflage bis zum 30. Juni erfüllt wird."

Die langfristigen Verbindlichkeiten: Zu Saisonbeginn plagten den Verein langfristige Verbindlichkeiten in Höhe von rund 100 000 Euro - Reste der Entstehungskosten des Clubs aus dem Sommer 2015, wie Schmitz erklärt. "Davon konnten wir im zurückliegenden Jahr rund 20 Prozent abbauen", berichtet der Geschäftsführer.

Der Pressesprecher: Nachdem Stefan Kölbel die Gladiators im Sommer nach zwei Jahren verlassen hat, um sich seinem Studium zu widmen, hat der Club zum 1. Juli einen neuen Pressesprecher gefunden. Es ist Vincenzo Sarnelli. Der 29-Jährige ist seit mehreren Jahren Mitglied im Gladiators-Fanclub Fastbreak und studiert an der Universität Trier Politik mit Schwerpunkt Kommunikation. Sarnelli ist seit sieben Jahren in Trier journalistisch aktiv und schreibt unter anderem für das Internetportal hunderttausend.de.