Trier | 15. März 2017 | Autor: Marek Fritzen

Viel mehr als nur ein Spiel: Warum Guildo Horn mit den Gladiators Trier trainiert

In Trier haben sich die Profi-Basketballer der Römerstrom Gladiators Trier und das Basketballteam der Lebenshilfe Trier zu einem besonderen Duell getroffen. Im Fokus standen dabei ein lukratives Vertragsangebot für einen Spieler mit Krawatte und ein nahendes Sport-Großereignis an der Mosel.
Als Triers Sportdezernent Andreas Ludwig den Ball auf dem Feld so gefühlvoll zu Mitspieler James Marsh weiterleitet und es draußen auf der Auswechselbank bei Markus und Guildo gerade ums Schwimmen geht, ahnt noch niemand in der Arena Trier, was Marco van den Berg eine gute halbe Stunde später Aufsehenerregendes zum Besten geben wird. 
Es ist Dienstagabend, kurz nach 20 Uhr, Hallenteil A in der Arena im Trierer Norden. Während zwischen zwei Basketballkörben zehn Damen und Herren in schwarzen und grünen Gladiators-Trikots dem Ball hinterherjagen, geht’s auf der linken von zwei hölzernen Auswechselbänken entspannter zu. Neben Gladiators-Center Johannes Joos sitzen

Markus Fader und Guildo Horn. Der Schweiß tropft beiden von der Stirn. „Ich bin eigentlich Schwimmer“, erzählt Fader seinem Teamkollegen Horn, „war schon mehrmals bei den Special Olympics. Bronze und Silber habe ich schon gewonnen“. Triers Kult-Sänger – rote Hose, gelbes Hemd, Krawatte unterm Trikot – lauscht den Worten gebannt, nickt immer wieder. Kurz tauscht man sich noch über die jeweiligen Geburtstage aus, noch schnell ein Erinnerungsfoto, dann geht’s zurück aufs Feld. Guildo Horn und Markus Fader – das sind zwei der Protagonisten, die am Dienstagabend an einem ganz besonderen Duell in der Heimspielstätte der Römerstrom Gladiators Trier teilnehmen. Mit einem inklusiven Basketballspiel haben sich die Gladiatoren gemeinsam mit der Basketballmannschaft der Lebenshilfe Trier, Guildo Horn sowie Triers Sportdezernent Andreas Ludwig auf die Special Olympics Landesspiele eingestimmt. Das Sportevent für Menschen mit und ohne Handicap steigt vom 12. bis 14. Juni in der Trie?rer Innenstadt sowie in zehn verschiedenen Spielstätten, unter anderem in der Arena Trier. Die Veranstalter erwarten dazu über 1000 Athleten, die in 15 Sportwettbewerben sowie einem wettbewerbsfreien Angebot an den Start gehen. 
 
Zwei Sportler, die im Juni dabei sein werden, sind Tim Steinmann und Steven Kirsten. Steinmann war schon bei mehreren Special Olympics dabei, in Tokio zum Beispiel. „Die Spiele in Japan waren eine überragende Erfahrung, unvergesslich“, erinnert sich der 20-Jährige. Bei den Special Olympics in Trier wird Steinmann sein Basketballteam als Kapitän anführen. Er sagt: „Das Tolle an den Special Olympics ist, dass es nicht nur ums Gewinnen geht.“ So seien die Spiele in Kaiserslautern ein echtes Highlight für ihn gewesen, und das, obwohl sein Team damals Letzter geworden sei. „Das war total egal, wir hatten so einen großen Spaß, der Team-Zusammenhalt war großartig, und das ist alles, was zählt“, findet der junge Sportler.

In der Arena Trier bekommt es Steinmann am Dienstagabend auf dem Feld immer wieder mit Gladiators-Center Joey van Zegeren zu tun. Der 2,08-Meter- und 102-Kilogramm-Mann beeindruckt den jungen Trierer sichtlich. „Ich habe eben direkt neben ihm gestanden, puh, das war echt krass, viel machen konnte ich da nicht mehr mit dem Ball.“ 
Richtig viel mit dem Ball macht dagegen Guildo Horn. Im Gladiators-Trikot mit der Nummer 17 brettert der Special-Olympics-Botschafter mit wehendem Haar über den Platz, dribbelt, passt, wirft und duelliert sich immer wieder mit Gladiator Jermaine Bucknor, fast so, als habe er nie etwas anderes getan. „Ich war auf den Punkt fit“, betont Horn danach mit einem Augenzwinkern, „konnte mein komplettes Repertoire auf dem Feld abrufen, jeder Move hat gesessen, die Rebounds waren ziemlich groovy, und meine Mitstreiter waren die Größten, es hat Riesen-Spaß gemacht mit den Jungs und Mädels, ich freue mich auf die Special-Olympics“.

Dabei ist das beeindruckende Basketball-Repertoire des Kult-Sängers auch Gladiators-Coach Marco van den Berg nicht verborgen geblieben. Nach Abpfiff eilt der Niederländer – der mit seinem Team eigens eine Trainingseinheit für die Aktion sausen ließ – mit einem aufsehenerregenden Angebot zu Guildo Horn: „Fangen Sie doch bei uns an, wir brauchen genau so einen magischen Spieler wie Sie.“