03. August 2017 | Autor: Rainer Neubert

Peinlichkeiten des Laufens

Wenn es um peinliche Momente beim Laufen geht, hat jeder vermutlich seine eigenen Erlebnisse. Unser Kolumnist Rainer Neubert hat seine Hitliste der Peinlichkeiten in seiner neuen Kolumne verarbeitet.
Die gut gelaunte Läuferschar hat gerade drei flotte Kilometer des Stadtlaufs hinter sich. Da wird eine Sportlerin langsamer, schert aus, bleibt am Rand stehen und rüstet sich dabei für diverse Bemerkungen, die sie über sich ergehen lassen muss, als sie ... die Schnürsenkel ihres farblich zum Laufdress passenden Schuhs neu bindet ...

Wer so etwas schon einmal am eigenen Leib erlebt hat, wird nie mehr vor dem Start vergessen, einen ordentlich festen Doppelknoten zu knoten. Denn wenn sich die Schlaufe während eines Wettkampfs löst, ist das nicht nur wegen des Zeitverlusts ärgerlich. Es gehört auch zu den größeren Peinlichkeiten eines Läufers. Wenn der Akku der Hightech-Uhr mit einem Piepsen signalisiert, dass es doch besser gewesen wäre, ihn vor dem Lauf aufzuladen, scheint das weniger schlimm. Zumindest, solange das von den Begleitern unbemerkt bleibt.

Wirklich peinlich ist es – zumindest für manche – wenn sich angesichts eines anstrengenden Anstiegs die Winde durch den von Flatulenzen geplagten Darm den einzig möglichen Ausweg suchen, unter Hochdruck und deutlich hörbar. Dann ist das wie im richtigen Leben: Es waren immer die anderen. Also jene, die so unbeteiligt tun, als hätten sie gar nichts gehört. 

Von den Peinlichkeiten eines Läufers ließe sich an dieser Stelle noch viel erzählen. Von verkleckerten Gels auf hellen Shirts, blutigen Spuren aufgeriebener Brustwarzen, vertauschten Zeitnahmechips oder vergessenen Handtüchern für die Dusche danach. Besonders peinlich kann der Zieleinlauf auf einem Rundkurs eine Runde zu früh sein. Vor allem, wenn die Platzierung in der Ergebnisliste dann so weit vorn ist, dass es einem eh niemand glauben würde. Aber Stopp! Es ist Sommer und nicht Silvester. Und nicht jede alte Geschichte muss hier neu erzählt werden ...