Nürburg/Kelberg | 17. März 2017

Zum 90. geht’s am Ring richtig rund

Musik und Motorsport prägen das Programm der 1927 eröffneten Strecke. Neue Festivals sollen Tausende Gäste in die Eifel ziehen.

Kaum hatte es am vergangenen Wochenende einen Hauch von Frühling in der Eifel gegeben, da staute sich schon der Verkehr rund um den Nürburgring. Tausende waren gekommen, um beispielsweise selbst eine Runde auf der legendären Strecke zu drehen oder zuzuschauen. Der Mythos lebt – auch wenn er einige Schrammen bekommen hat.

Statt ausschließlich mit Motorsport oder anderen Veranstaltungen im Gespräch zu sein, war der Ring Dauer-Streitthema in der rheinland-pfälzischen Landespolitik. Aber 2017 soll es nicht um die jüngere Vergangenheit gehen, sondern der Blick geht 90 Jahre zurück.

Ins Jahr 1927, als der Ring eröffnet wurde. Aus diesem Anlass gibt es Mitte Juni eine Sonderausstellung zu den Meilensteinen der Streckengeschichte im Ringwerk. Zudem findet am 18. Juni, auf den Tag genau neun Jahrzehnte nach der Eröffnung, im Rahmen der Nürburgring Classic das Eifelrennen statt.

Ab dem letzten März-Wochenende drehen sich wieder die Räder. Motorsport-Höhepunkte sind unter anderem das 24-Stunden-Rennen und das DTM-Gastspiel.

Aber der „Kracher" schlechthin ist für die capricorn Nürburgring GmbH die Rückkehr von Rock am Ring.

Geschäftsführer Mirco Markfort: „Es ist für uns eine große Freude, dass wir das geschafft haben. Ein Herzenswunsch der Menschen in der Region und unserer Mitarbeiter ist in Erfüllung gegangen." 2015 und 2016 hatte die 1985 aus der Taufe gehobene Großveranstaltung in Mendig stattgefunden.

Oder wie es Manfred Strack, Leiter des Veranstaltungsmanagements am Nürburgring ausdrückt: „Zwei Jahre hat Rock am Ring woanders Urlaub gemacht. Der ist jetzt vorbei und das Festival ist wieder da, wo es hin gehört."

Mit der Rückkehr gibt es laut Strack einige Änderungen. So werde der Zuschnitt der Campingflächen geändert werden, die Plätze auf der Nordschleife fielen weg. Dafür solle es neben den traditionellen Zeltplätzen einen Campingbereich geben, wo die Einrichtung schon aufgebaut sei, und ein Areal mit Stromanschluss. Auch ein Supermarkt werde vor Ort eigens für Rock am Ring eingerichtet. Mit 40. 000 Park- und 50. 000 Zeltplätzen sei man gerüstet für das fast schon ausverkaufte Festival.

Viel Konfetti, viel Sonne und viele gut gelaunte Gäste versprechen die Organisatoren des Schlager- und Partyfestivals im August, das erstmals für drei Tage am Ring gastiert. Mickie Krause, Jürgen Drews, Ikke Hüftgold und viele andere Stars der Szene treten auf, die Veranstalter sprechen von nicht weniger als „die größte Party Deutschlands" und gehen von 30. 000 Zuschauern aus, wovon mehr als 15. 000 Tickets bereits verkauft seien.

Aber damit nicht genug der Premieren: Ebenfalls im August (25./26.) werden beim Festival New Horizons mehr als 150 DJs am Nürburgring erwartet – darunter bekannte Namen wie Felix Jaehn und Robin Schulz. Von 15. 000 Elektrofans pro Tag geht der Veranstalter aus, knapp 10. 000 Karten sind bislang verkauft worden.

Das breit gefächterte Angebot im besonderen Jahr zum 90-jährigen Bestehen des Nürburgrings ist bei den Touristinformationen rund um die „Grüne Hölle" bereits spürbar. „Die Rückkehr von Rock am Ring ist natürlich ein Gewinn für uns, aber auch die vielen anderen neuen Veranstaltungen sorgen für einen deutlich spürbaren neuen Schwung, was den Nürburgring anegeht", berichtet Andrea Meyfarth von der Touristinformation der Verbandsgemeinde Kelberg. „Die Nachfrage an Unterkünften ist groß, es ist uns fast nicht mehr möglich, für jeden
Interessenten ein Zimmer zu vermitteln."
Das komplette Jahresprogramm ist unter www.nuerburgring.de zu finden

Zeitleiste Nürburgring

1925: Grundsteinlegung für den Nürburgring.
1927: Eröffnung.
1947: Wiedereröffnung nach dem Zweiten Weltkrieg.
1951: Die neue Formel 1 kommt an den Ring. 
1976: Abwanderung der Formel 1.
1984: Eröffnung der neuen Grand-Prix-Strecke.
1985: Rückkehr der Formel 1 und Premiere für Rock am Ring.
2007: Beginn der Um- und Ausbauarbeiten.
2009: Eröffnung des Freizeit- und Businesszentrums. am Nürburgring.  
2012: Insolvenz der Nürburgring GmbH.
2014:
 Verkauf der Rennstrecke an den Autoteilezulieferer Capricorn, dessen Anteile  2015  der russische Milliardär Wiktor Charitonin übernommen hat.