Daun | 15. März 2017 | Autor: Lydia Vasiliou

Landfrauen gehen mit der Zeit

240 Besucher haben beim Landfrauentag die neue Vorsitzende kennengelernt. Der Verband ist moderner geworden - und hat noch einiges vor.
Daun Wo gibt es das noch? "Nirgendwo im Land", sagt Rita Lanius-Heck, die Präsidentin des Landfrauenverbandes Rheinland-Nassau mit Sitz in Koblenz, beim Landfrauentag im Forum in Daun. Damit meint sie den stetigen Zuwachs an Mitgliedern im Landfrauenverband Vulkaneifel.
Zu den derzeit 1400 Mitgliedern gehört auch Sylvia Magor aus Kelberg, die seit Oktober 2016 neues Mitglied bei den Landfrauen in der Vulkaneifel ist. Eine Bekannte habe sie angesprochen und sie habe sich entschlossen mitzumachen, "denn wenn man etwas verändern will, dann muss man dabei sein", sagt die 48-Jährige. Ihr Blickfeld vom "eingestaubten Verein" hat sie inzwischen abgelegt. Das klassische Bild von den Bäuerinnen in Stall oder Küche ist längst überholt, auch wenn der Verband organisatorisch zum Bauernverband gehört.
"Es hat sich ein Wandel vollzogen", betont Sylvia Magor. Der Verband sei offener und moderner geworden. Die Mitglieder kommen aus den verschiedensten Berufssparten und fast allen Altersgruppen. "Die Jüngsten sind etwa Mitte 30, mein Ziel ist es, noch jüngere Frauen zu engagieren", sagt Magor, selbst Buchhalterin und seit Oktober im Vorstand der Landfrauen Vulkaneifel.
Und noch ein Wandel hat sich im Landfrauenverband Vulkaneifel vollzogen: Ilse Spohr aus Üxheim löste im Oktober die Vorgängerin Doris Clemens als Vorsitzende ab, und als neue Geschäftsführerin fungiert seitdem Angelika Koch.
Dass die Landfrauen moderner geworden sind, stellt auch Landrat Heinz-Peter Thiel fest, indem er auf die Homepage und die Facebook-Seite der Landfrauen verweist. Gerne komme er zum Landfrauentag, weil er sich einerseits als Hahn im Korb fühle. Obwohl auch Männern seit neuestem die Aufnahme in den Verband gestattet ist, sitzen die aber scheinbar nur in den Reihen der Ehrengäste. Andererseits wolle er sich den "geschätzten" Kuchen nicht entgehen lassen, sagt der Landrat voller Vorfreude.
"Landfrauen fördern die Gemeinschaft und sind für das Leben auf dem Lande unverzichtbar", erklärt Stadtbürgermeister Martin Robrecht den rund 240 Frauen im Saal. Wie Landrat Thiel weist auch er auf die tatkräftige Unterstützung der Frauen bei dem Starkregen und den Überschwemmungen im vergangenen Jahr hin oder auch in der Flüchtlingshilfe. Doch nicht nur bei aktuellen Notlagen zeigen die Vulkaneifel-Frauen ihre Stärke. Weiterbildung ist ein weiteres Thema, das quer durchs Jahr mit Kursen wie Handarbeiten, Make-up-Tipps, Gartentipps vom Fachmann, raffinierter Sommerküche und vielem mehr angeboten wird. "Beliebt sind auch die Lehrfahrten und Flugreisen in alle Welt. Derzeit befindet sich eine Gruppe auf Kuba", sagt die Vorsitzende Ilse Spohr.
Die Landfrauen gehen noch weiter: "Wir wollen uns auch in Afrika engagieren", eröffnet die Präsidentin des Landfrauenverbandes Lanius-Heck. In Ghana wolle man den Frauen unter anderem zeigen, wie man Nahrungsmittel verarbeitet und zum Markt bringt.
Doch beim Landfrauentag wird nicht nur geredet. Auch die Unterhaltung kam nicht zu kurz mit dem Frauentrio "Moselstolz", das in moselfränkischem Dialekt seine Lieder mit eigenen Texten darbot, wie auch Sascha Gutzeit, bekannt als Musiker, Texter, Komponist, Schauspieler und Buchautor.