Konz-Oberemmel | 19. April 2017 | Autor: Florian Blaes und Christian Kremer

Feuer zerstört Haus in Oberemmel - ein Feuerwehrmann leicht verletzt (Update) (Fotostrecke)

Der Brand in einer Wochenendsiedlung stellt die Feuerwehr am Mittwoch vor eine große Herausforderung. Zum Löschen haben die Helfer nicht nur einen Teich entleert. Auch Tankwagen waren im Einsatz.
Es ist 13.10 Uhr, als in einem Wochenendhausgebiet am Waldrand eine schwarze Rauchsäule aufsteigt. Wenig später gehen erste Notrufe ein. Die Oberemmeler Feuerwehr rückt aus, um die Lage in dem Konzer Stadtteil zu erkunden. Schnell erkennen die Brandbekämpfer, dass es sich um ein größeres Feuer handelt. Ein Haus in der Wochenendsiedlung „Auf dem Schanzgraben“ steht in Flammen. 

Die Siedlung mit etwa 60 Häusern liegt etwas außerhalb von Oberemmel in Richtung Wiltingen. Und für die Feuerwehren bringt der Status als Wochenendsiedlung ein Problem mit sich: Die Häuser sind nicht an die öffentliche Wasserversorgung der Verbandsgemeinde Konz angeschlossen. Es gibt deshalb auch keine Hydranten zum Abzapfen von Löschwasser. 

Deshalb rufen die Einsatzkräfte vor Ort Tanklöschfahrzeuge zur Hilfe. Erschwerend kommt hinzu, dass neben dem brennenden Haus ein Gastank steht, auf den die Feuerwehrleute besonders aufpassen müssen. Eine große Hecke, die den Weg zu dem Haus blockiert, schneiden die Einsatzkräfte kurzerhand ab, um von allen Seiten an das Feuer herankommen und den Tank ständig kühlen zu können. 

Während Atemschutztrupps mit den Löscharbeiten am Haus beginnen, bauen andere Wehrleute die Wasserversorgung auf. Im Pendelverkehr fahren die Tanklöschfahrzeuge der Feuerwehr in die Ortsmitte von Oberemmel. Am dortigen Supermarkt steht ein Hydrant, über den die Tanks aufgefüllt werden können. Sobald die Tanks voll sind, geht es zurück zum Einsatzort. Weiteres Löschwasser bekommen die Wehrleute aus Sickergruben der Nachbargrundstücke in der Wochenendsiedlung. Laut Aussagen der Einsatzleitung stellen vier Familien aus der Nachbarschaft mehr als 18.000 Liter Wasser zur Verfügung. Weiteres Wasser bekommen die Wehrleute aus einem Teich in der Nähe, den sie leer pumpen. Trotzdem zerstört das Feuer das Haus komplett. Erst gegen 15.30 Uhr sind die letzten Flammen gelöscht. Danach kümmern sich die Feuerwehren aber noch bis zum Abend um die Nachlöscharbeiten. Ein Feuerwehrmann erleidet vor Ort eine Rauchgasvergiftung, weitere Verletzte gibt es nicht. 

Das Ehepaar, dem das Haus gehört, ist bei den Löscharbeiten in Oberemmel nicht vor Ort. Zur Brandursache können Feuerwehr und Polizei bislang keine Angaben machen. Die Ermittlungen zur Brandursache habe der Kriminaldienst der Polizei Saarburg übernommen, heißt es bei der Polizeiinspektion Saarburg. Insgesamt seien 58 Einsatzkräfte aus den Verbandsgemeinden Konz und Saarburg sowie von der Berufsfeuerwehr Trier vor Ort gewesen. Auch das Deutsche Rote Kreuz habe geholfen.
Extra
Wochenendhaussiedlung in Oberemmel

Viele der 60 Wochenendhäuser in der Siedlung Auf dem Schanzengraben in Konz-Oberemmel sind das ganze Jahr über bewohnt. Das war ursprünglich nicht für das Gebiet vorgesehen, doch vor zwei Jahren wurde ein Bebauungsplanverfahren eingeleitet, das der Siedlung einen sicheren rechtlichen Status gibt.
 
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Brand in Oberemmel

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Feuer in Oberemmel