Konz | 20. April 2017 | Autor: Martin Möller

Konzer Orgeltage ergänzen Trierer Zyklen

Konz Sie wirkt so modern im Kirchenraum von St. Nikolaus in Konz, dass man meinen könnte, da habe man eine elektronische Orgel aufgebaut.
Aber gemach: Das Instrument, das Thomas B. Gaida aus dem saarländischen Wemmetsweiler vorwiegend aus dem Material der Konzer Vorgängerorgel gebaut, ist ein ganz traditionelles Pfeifen-Instrument. Wenn da nicht die Technik wäre! Sie ermöglicht unter anderen, ein Register über eine oder mehrere Oktaven nach oben oder unten zu versetzen. Und die Konzertreihe, die seit 2011 in St. Nikolaus stattfindet, demonstriert auch: Diese Orgel ist mehr als ein liturgisches Arbeitspferd. Der ganz unüblich mitten im Kirchenraum postierte Spieltisch rückt Interpreten und Besucher zudem optisch nah zusammen.
Über das Jahr verteilt finden in St. Nikolaus vier Orgelkonzerte statt. Erneut liegen Schwerpunkte des Programms auf Bearbeitung und Improvisation. Natürlich erscheinen in der Stadt an Saar und Mosel nicht die Stars des Orgel-Genres, sondern junge, häufig preisgekrönte Organisten - diesmal aus der Schweiz, aus Korea, Deutschland und Russland.
Zum Start tritt Stephan Kreutz an. Mit Professor Karl Ludwig Kreutz - Organist an St. Nikolaus und Organisator der Reihe - ist er nicht verwandt und nicht verschwägert. Aber er hat bei seinem (Nach-)Namensvetter studiert.
Auf dem Programm des Eröffnungskonzerts am Sonntag, 30. April, 17 Uhr, steht Musik von Louis Vierne, Hendrik Andriessen, Georges Thalben-Ball, Albert de Klerk Joseph Rheinberger und eine Improvisation über die gregorianische Ostersequenz "Victimae paschali laudens". Weitere Konzerte finden statt am 25. Juni (Shyun Park, Korea), 22. Oktober (Nicola Berndt, Deutschland) und am 19. November (Antonina Krymova, Russland). Beginn ist jeweils um 17 Uhr. Kollisionsgefahren mit den Orgelzyklen in Dom und in der Konstantin-Basilika hat Kreutz geschickt vermieden. Beide Trierer Zyklen finden an Wochentagen statt, der Konzer dagegen stets am Sonntag. Als Interpret tritt Karl Ludwig Kreutz 2017 nicht in Erscheinung.
Anders steht das im kommenden Jahr. 2018 wird in St. Nikolaus eine große Leinwand aufgespannt, und der Organist improvisiert - wahrscheinlich zum Hollywood-Klassiker "Goldrausch". Kreutz hat damit in Freiburg beste Erfahrungen gemacht. Proteste seien ganz sicher nicht zu befürchten.