Garnich | 17. Juli 2017

Hat ein Luxemburger Wolf acht Schafe gerissen?

Am vergangenen Wochenende sind in Luxemburg acht Schafe getötet worden. Experten schließen nicht aus, dass ein Wolf sie gerissen hat. DNA-Analysen sollen Aufschluss geben.
Ein Landwirt hat am vergangenen Samstag im Raum Garnich auf einer Weide acht gerissene Schafe gefunden. Die Weide ist nur wenige Kilometer von dem Ort nahe Leudelingen in Luxemburg entfernt, an dem vor zwei Wochen ein wolfsähnliches Tier fotografiert worden war. Das teilt das Ministerium für nachhaltige Entwicklung laut L'essentiel.lu mit.

Der Landwirt habe sofort die Verwaltung verständigt, die am späten Samstagabend mit einigen Experten mehrere Stunden vor Ort war. Sie untersuchten die Umgebung sowie die gerissenen Schafe eingehend und nahmen DNA-Proben an den Bisswunden. Die Proben werden in den nächsten Wochen am Senckenberg-Institut Gelnhausen in Deutschland untersucht.

Ein Wolf als Verursacher könne aufgrund der ersten Untersuchungen nicht ausgeschlossen werden, heißt es in der Mitteilung des Ministeriums. Um Gewissheit zu erlangen, müssen die Ergebnisse der DNA-Proben abgewartet werden. Dies könne mehrere Wochen dauern.

Wolf auf dem Vormarsch

Der Aktions- und Managementplan für den Umgang mit Wölfen in Luxemburg, der unter anderem zusammen mit Akteuren aus dem landwirtschaftlichen Sektor erstellt wurde, sieht im Falle von Wolfsangriffen eine finanzielle Entschädigung der betroffenen Landwirte vor.

Seit etwa 25 Jahren besiedelt der Wolf wieder Europa. Aufgrund seiner Anwesenheit im französischen Grenzgebiet seit einigen Jahren, sowie auch der Ausbreitung der deutsch-polnischen Wolfspopulation nach Westen, sei es nur eine Frage der Zeit, bis auch in Luxemburg wieder Wölfe heimisch werden.

Wölfe sind scheue Tiere und meiden in der Regel den direkten Kontakt zum Menschen. Begegnungen zwischen Mensch und Wolf sind daher äußerst selten, aber nicht unmöglich. In der Regel ziehen sich Wölfe zurück, sobald sie einen Menschen bemerken. 

Quelle: L'essentiel