07. April 2017

Auf zur Säubrenna

Es ist doch unsäglich, dass alle Welt über Trier redet, nur weil die Chinesen denen eine Marx-Statue schenken wollen und jetzt der Herr Guildo Horn auch noch eine von sich selbst.
Ich meine wir haben den nackten Mann am Finanzamt. Hat auch was mit Kapital zu tun. Wen interessiert’s? Schreibt da die überregionale Presse? Kommt das Fernsehen? Nimmermehr.

Müssen wir uns also was schenken lassen? Ein Pichtermännchen von Putin, einen Dr. Oetker von Bielefeld? Wird nix. Also müssen wir durch innovative Statuengestaltung (Leuchtturm) in den Fokus der Weltöffentlichkeit.

Wir könnten zum Beispiel unseren kleinen Bierjamääsder, den Ersten Beigeordneten, in Miniatur verewigen und an wechselnden Standorten zeigen. So wird die Spielfreude geweckt. Man muss ihn suchen gehen, um ihn zu sehen.

Unsere Schauspielberühmtheit, die Frau Philipp würdigen wir als doppelte Stimmstatue mit unserem Säubrennerbass und Barockfreund Gerd Elsen. An potenziellen barocken Tatorten wie dem Barockaltar von St. Markus oder der Posthalterei hört man beider Stimme. Vielleicht in einem Dialog aus Tatortzitaten und Passagen aus dem geistlichen Konzert „Wie liegt die Stadt so wüste“. Genial.

Und der Tony Munzlinger bekommt eine Litfaß-Säulenstatue mit wechselnden Plakaten von ihm und die Tratschweiber kommen als Liegende in den Stadtpark. Wenn sie stumm sind, ist das schon Weltpremiere, dazu hätte Wittlich so eine neue Erhebung.

Außerdem wird es einen Bürger Statuen-Automaten geben. Da wirft man Geld rein, wird gescannt, dann aus elastischem Material abgeformt und diese Hülle zum Mega-Abbild aufgeblasen wie ein Riesen-Luftballon, bis er platzt. Könnte man am Portnersberg platzieren, ein Knaller für die ganze Senke und schreckt die Vögel vom Traubenfressen ab.

Und damit, so viel theoretischer Überbau muss sein, wird in Wittlich konsequent die Statuensymbolik und die ganze Idee des ewigen erhabenen Andenkens an wen auch immer ironisch gebrochen, ein Kunstprojekt, das Christo würdig ist.

Oder nach Marx: Befreiung von der materiellen Macht. Klingt gut, sieht gut aus. China, Marx, Trier? Damit kommen wir auf die nächste Documenta! Und alle kommen zu uns zur Statuenta Säubrenna. Wittlich, Kunststadt, ihr Kunden kommet!